Ihr wisst ja, ich bin nicht der Typ der schnell aufgibt – nach Hause fahren kam nicht in Frage – Was also muss man tun, um sich ein wenig heimischer zu fühlen?
Es hätte nichts Besseres in dieser Situation für mich geben können, als in den Zoo zu gehen!
Der Eintritt kostete nur € 1, es waren nicht viele Besucher da, aber an MittwochVormittagen wäre das auch eher überraschend. Genug jedoch, um einen Einruck von den Menschen zu bekommen. Viele Familien, viele Pärchen, viele Tiere – wie überall. Gutes Gefühl. Es gibt halt Dinge, auf die kann man sich verlassen. Das beruhigt ungemein.
Am Abend hatte ich eine Einladung zum Dinner, Saurabh mein indischer Verleger wollte mich willkommen heißen und ein wenig für mich sorgen… Wir fuhren zum Connaught Place, gingen irgendwo einmal um die Ecke, um in irgendeiner Tür zu verschwinden und fuhren mit dem Fahrstuhl eine Etage höher. Da war es dann, das andere Delhi.
Wir waren im Q’BA gelandet, einem tollen Restaurant, das Modernes mit indischen Flair perfekt verbindet. Wir saßen auf der Dachterrasse mit Blick auf den Park, ich trank einen Gin Tonic, aß Garnelen und indische Köstlichkeiten, im Hintergrund lief entspannender Minimal Electro – es hätte nicht schöner sein können.
Delhi wird mich nicht mehr los. Gibt es nur ein paar mehr von diesen Plätzen hier, kommt man mit dem Rest ebenso zurecht.
Das Sprichwort, das Glück ist mit den Mutigen trifft in dieser Stadt den Punkt. Man muss die dreckigen Treppenstufen hinabsteigen und die versüffte Tür öffnen, um in den schicken Telefon-Laden zu kommen, damit man sein SIM-Karten Konto aufladen kann. Man muss an den merkwürdig dreinblickenden Männern vorbei, um NiveaCreme, Müsli und Milch kaufen zu können. So ist das halt. Man sieht nicht alles auf den ersten Blick.
Der Schalter in meinem Kopf wurde im Q’BA umgelegt, ich mag mein Delhi schon jetzt, das Versteckte ebenso wie das Offensichtliche. Ich freu mich jeden Morgen auf die verrückte Fahrt durch die Stadt ins Büro und auf die nächste Tür die sich nach ein paar Treppenstufen öffnet.
Ich bleibe definitiv, Mission des zweiten Tages erfüllt – Was Dachterrassen so alles ausrichten können …





